Wie alles begann...

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Der Termin stand schon lange fest. Am 17. Juli 2012 sollte es endlich losgehen. Zum ersten Mal würden wir einen ganzen Urlaub auf einem Boot verbringen - auf unserem Boot. Wir wussten, dass es unser vorerst letzter Urlaub zu zweit werden würde, denn meine Frau war zu diesem Zeitpunkt schon im 7. Monat schwanger. Wir hatten uns das alles gut und ernsthaft überlegt - für und wider abgewägt und oft darüber gesprochen. Wir wollten es wagen und gegebenenfalls abbrechen, wenn es - aus welchen Gründen auch immer - nicht geht.

Das eigene Boot

Im Februar 2012 kauften wir unser Boot. "La Reine" sah nicht sehr königlich aus und wir wussten, dass wir einiges zu tun hatten, bis sie ins Wasser kann. Wie viel wir wirklich machen mussten sollten wir in den folgenden Monaten erleben - aber das ist eine eigene Geschichte. Wir haben sehr viel neu gemacht und viel Zeit in unseren Traum gesteckt. Knapp zwei Wochen vor unserem geplanten Starttermin konnte die Erstwasserung (zumindest für uns) stattfinden. Schnell war unser Boot am Haken und wurde ins Wasser gelassen. Alles dicht! Das Vertrauen in die eigene Arbeit musste erst noch wachsen. Der Motor war noch vor dem Kauf durchgecheckt und gewartet worden, dennoch hatten wir Angst vor dem ersten Start. Er läuft und hört sich rund an - so weit so gut. Eine kleine Runde auf dem Dortmund-Ems-Kanal wird erfolgreich absolviert und "La Reine" auf ihren neuen Liegeplatz verbracht.

Bootstaufe

Wenige Tage später hatten wir unsere Freunde in den Hafen eingeladen, um sie noch ein Stück mehr unser Boot werden zu lassen. Sie sollte umbenannt werden. In einer Feierlichen Zeremonie wurde "La Reine" versenkt (auf einem Stein unseres Heimatgewässers verewigt) und mehrfach in Längsrichtung überfahren. Die angetretene Mannschaft trank auf ihr Wohl und Neptun bekam ebenfalls einen kräftigen Schluck ab. Danach wurde das Schiff feucht-fröhlich auf den Namen "Takamaka" getauft und von den etwa 30 anwesenden Freunden begutachtet. Man feierte noch bis spät in die Nacht. Eine gelungene Veranstaltung.

Der finale Test

Eine Woche vor Start wollten wir unsere "Takamaka" auf Herz und Nieren prüfen. Eine kleine Runde mit Übernachtung sollte es werden. Wir fuhren also los und genossen unsere neue Freiheit. Bis nach etwa 5 Kilometern der Motor abstarb und nicht wieder ansprang. Manövrierunfähig paddelten wir an den Rand des Kanals und befestigten unsere Leinen an grösseren Steinen. Der Motor wollte auch nach allen Versuchen nicht wieder anspringen. Mist! Das kann doch alles nicht wahr sein.

Nach 5 Stunden probieren, telefonieren, warten (in der Zeit kam nicht ein einziges Boot an uns vorbei) kam endlich ein Retter, um uns abzuschleppen. Mit einer solchen Hilfsbereitschaft haben wir nicht gerechnet. Vielen Dank! Aufgeben werden wir nicht. Was machen wir? Erstmal schlafen. Ein Fachmann schaut sich den Motor an. Die Reparatur ist vermutlich genauso teuer, wie ein neuer Gebrauchter.

Zwei Tage später besorge ich einen neuen Motor. Boot aus dem Wasser, Motor dran, Boot wieder rein. Toll, was in unserem Hafen alles möglich ist! Danke, Klaus! Eine kurze Testfahrt wird erfolgreich absolviert.

Endlich kann es losgehen...

Transport von Apen nach Münster
Auf der A1
Unsere Erstwasserung